Bungy Jumping von der Europabrücke zählt zu den wagemutigsten Aktivitäten, die man in Tirol erleben kann. Gestern wurde die diesjährige Saison auf der Anlage des Bungy-Pioniers und ehemaligen Skispringers Rupert Hirner gemeinsam mit der Sporthilfe und Sporthilfe-Athleten eröffnet – unter ihnen Olympiasieger, Weltmeister, Gesamtweltcupsieger und äußerst erfolgreiche Nachwuchsathleten.

Den Sprung wagten:

• Olympiasieger David Gleirscher (Kunstbahnrodeln)
• Weltmeister Wolfgang Kindl (Kunstbahnrodeln)
• Gesamtweltcupsieger Alessandro Hämmerle (Snowboard)
• Nico Gleirscher (Rodeln)
• Vize-Europameisterin Martina Kuenz (Ringen)
• Weltmeisterschafts-Bronzener Lorenz Koller (Kunstbahnrodeln)
• EM-Zwölfter Vinzenz Höck (Turnen)
• Vize-Junioren-Weltmeister Markus Treichl (Bob)

Mit dabei als Unterstützung waren Bob-Junioren-Weltmeisterin Katrin Beierl sowie Rodel-Legende Markus Prock, der 1998 übrigens einer der ersten, der einen Bungy-Sprung von der Europabrücke wagte.

„Es war cool“

Als erster wagte sich Rodel-Weltmeister Wolfgang Kindl über die Plattform. “Es war cool heute hier die Saison als erster Springer zu eröffnen. Danke an Rupert Hirner und die Sporthilfe“, so der Tiroler, der bereits Bungy-Erfahrung hat, aber einräumt, „beim dritten Sprung wird es schon zur Routine. Aber nur bis man vorne steht und der Countdown herunter gezählt wird. Dann kommt die Anspannung und das Adrenalin.“ Sein Rodelkollege David Gleirscher muss zugeben: „Also wir rodeln ja auch nicht gerade mit Standgas die Bahnen hinunter, sind also durchaus auch Adrenalinjunkies. Doch mit Bungy Jumping ist auch eine Fahrt durch den Eiskanal weit jenseits der 100 km/h nicht zu vergleichen. Es kostet eine große Portion Überwindung, den Sprung zu wagen. Man wird aber mit einem herrlichen Gefühl der Freiheit belohnt. Es war einfach geil!” Davids Bruder Nico hatte zunächst Bedenken, hat aber Bungy-Blut geleckt: “Eigentlich wollte ich es nicht durchziehen. Dann bin ich vorne gestanden, sie haben angezählt und ich dachte ich muss. Mein erster Gedanke – beim Aushängen und Hochziehen – nie wieder. Aber jetzt warum nicht, war eine coole Sache!” Snowboarder Alessandro Hämmerle: “Als Sportler steht man immer wieder vor ähnlichen Situationen, die einem den Puls höher schlagen lassen, aber das ist alles nicht mit dem zu vergleichen, wenn man da oben steht und in den Abgrund blickt. So grauslich dieses Gefühl auch ist, so herrlich ist es aber, wenn man den Schritt wagt und sich hinunterstützt.”

Bob-Pilot Markus Treichl hatte zunächst Schwierigkeiten: “Eigentlich mag ich nichts, was mit Höhe zu tun hat. Ich habe mich einfach angemeldet und wollte nicht kneifen, mir nichts nachsagen lassen. Beim Sport hat man die Kontrolle was passiert. Hier springt man einfach weg und muss es mit sich passieren lassen.” Turner Vinzenz Höck hängt normalerweise an den Ringen und nicht an einen Bungy-Seil: “Eigentlich habe ich mir gedacht, dass ich mir durch die Rotationen beim Turnen nicht so viele Sorgen mache. Aber dann vorne zu stehen, war schon ein eigenes Gefühl. Das an der Kante stehen vor dem Sprung, war der schwierigste Moment. Sozusagen der Knackpunkt. Beim Fliegen genießt man es dann. Ich habe mich selten so leicht gefühlt, wie nach dem Sprung.”

„Augen zu und durch“ hieß die Devise für Ringerin Martina Kuenz: “Ringen ist nichts um die Angst zu bewältigen, da muss man erst Springen gehen. Das ist das definitive Non plus ultra. Einfach super zur Angstbewältigung. Erst durch das Springen lernt man die Angst zu überwinden. Zum Glück habe ich noch einen Gutschein zum Springen daheim – der zweite Sprung folgt sicher bald.” Naturbahnrodler Lorenz Koller wurden nach den Sprüngen mutiger und will beim nächsten Mal mehr: “Man kann es nicht mit Rodeln vergleichen. Es ist immer eine Überwindung. Man muss an seine Grenzen gehen. Auf alle Fälle wieder – nächstes Mal rückwärts.”

Bugny-Pionier und Betreiber der Bungy Jumping Rupert Hirner freute sich über die sportliche Saisoneröffnung: “Ich bin immer wieder beeindruckt, mit welcher Geschlossenheit die Sportler die Herausforderung annehmen. Mit den Sportlern macht es immer besonders Spaß. Das liegt in der Natur der Sache.”